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n-tv Nachrichtenservice - Zitate von Schäferko



n-tv Nachrichtenservice - Zitate von Schäferkordt, Raff, Heinen und Oettinger aus dem n-tv Talk Spezial "Blühende Medienlandschaften? Die Expansionspläne der Öffentlich-Rechtlichen" Köln (ots) - Anke Schäferkordt (Geschäftsführerin von RTL und Chefin der deutschen RTL-Senderfamilie) zum dualen Rundfunk: "Wir müssen endlich über den Funktionsauftrag sprechen und im Detail definieren, was die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist. Denn es besteht die Gefahr, dass das duale Rundfunksystem in eine Schieflage gerät und dass - insbesondere wenn wir uns den Online-Bereich anschauen - kleine Wettbewerber gar nicht entstehen können, weil durch die Subventionen des öffentlichen Rundfunks hier ein Angebot geschaffen wird, was den Wettbewerb in diesem Bereich gar nicht erst zulässt." Zu den Plänen der Öffentlich-Rechtlichen im Informationsbereich: "Die Frage für die öffentlich-rechtlichen Rundfunk muss sein: Was ist mein Auftrag? Was soll ich als öffentlich-rechtlicher Rundfunk leisten? Nicht: Was kann ich leisten und welche Chancen bietet mir die Digitalisierung noch? Sie nutzen das Thema Digitalisierung sehr oft als Grund, neue Inhalte anzubieten. Digitalisierung heißt erst einmal nichts anderes, als auf neuen Wegen zum Zuschauer zu kommen. Das ist noch keine Rechfertigung dafür, in diesen neuen Wegen auch neue Inhalte anzubieten." "Wenn wir uns die Informationskanäle anschauen und die Expansionspläne zu ZDF info und zu ARD EinsExtra, dann ist das ein gutes Beispiel dafür, dass ein funktionierender Markt, ein Markt der Privaten, der heute funktioniert und der sehr, sehr wettbewerbsintensiv ist, durch den Eintritt der öffentlich-rechtlichen Sender verzerrt wird. Und ein Wettbewerb und eine publizistische Vielfalt der Gefahr ausgesetzt wird, dass das in Zukunft nicht mehr möglich ist." "Sie [F. Raff] sagen, der öffentlich-rechtliche Rundfunk ermöglicht erst den publizistischen Wettbewerb. Wenn wir uns die Nachrichtensender anschauen, dann wäre das definitiv nicht der Fall. Weil private Nachrichtensender nicht gegen einen geführenfinanzierten Nachrichtensender ankämpfen könnten. Der Markt ist zu klein und sie würden damit den Wettbewerb absolut verzerren. Und im Endeffekt würde der ganze öffentlich-rechtliche Auftrag ad absurdum geführt: Die Vielfalt würde nämlich kleiner werden durch den Eintritt der Öffentlich-Rechtlichen in diesen Markt." Fritz Raff (Vorsitzender der ARD) zur Verwendung der Rundfunkgebühren: "Die Menschen haben diese Gebühren bezahlt in der Erwartung, dass wir auch die neuen Verbreitungsmöglichkeiten nutzen. Und wir tun das, was unsere Gremien, was die politisch Zuständigen letztendlich auch genehmigt haben. Nicht mehr und nicht weniger." "Wir machen keine Werbung online. Wir haben nicht vor, in anderen Bereichen mehr Werbung zu machen. Wir sind aber nach wie vor ein System, das, wenn es um Information geht, von den Deutschen als die Nummer 1 betrachtet wird und deshalb sehen wir es als unsere Pflicht an, diese Angebote zukünftig zu unterbreiten." Zu den Plänen der Öffentlich-Rechtlichen im Informationsbereich: "Bei den Informationsangeboten tun wir etwas, was wir seit Jahren ankündigen und was auch publizistisch wünschenswert ist und letztendlich auch zu recht vom Gebührenzahler erwartet wird, weil wir damit auch ein Stück Vielfaltssicherung leisten. Da ist doch überhaupt nichts dran auszusetzen." "Wir werden kein neues Programm in die digitale Welt implantieren, das nicht dieses Verfahren [Public-Value-Test] durchläuft und wir werden natürlich entsprechend der Auflage der EU das, was wir haben, auch noch einmal nachjustieren müssen." Zu den Online-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen: "In allen anderen Ländern hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk bedeutend mehr Bewegungsfreiheit im Online-Bereich als in der Bundesrepublik Deutschland. Von daher will ich mich dieser Diskussion jetzt nicht verschließen, aber man sollte sie von den richtigen Ausgangspunkten her angehen." "Im Online-Bereich sind wir gemessen an unserer sonstigen publizistischen Relevanz im Moment eher unterrepräsentiert." Helmut Heinen (Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger) zu den Auswirkungen verstärkter Online-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen auf die Verlage: "Natürlich stehen wir im Wettbewerb - wenn auch nicht um Werbegelder beim Kunden - aber um die Reichweite - die ist die Grundlage für jede Werbefinanzierung. Wir müssen uns wahrscheinlich im Internet weitgehend aus Werbung finanzieren und dazu brauchen wir jeden Klick. Und wenn uns da ein anderer mit Gebührenfinanzierung Nutzer und Aufmerksamkeit abzieht, dann spüren wir das." "Es werden jetzt möglicherweise Weichen gestellt, die auf zehn, 15 Jahre hin wirken. [...] Und wenn wir diesen ganz grundsätzlichen Eingriff in ein wirtschaftlich frei organisiertes Mediensystem vornehmen, unter dem Aspekt der Vielfaltssicherung oder der erweiterten Grundversorgung, dann muss es dafür sehr, sehr gute Gründe geben." "Es wäre schön, wenn wir wirklich nur noch über Vielfaltssicherung sprechen, aber dann auch die Sorgen für die Vielfaltsbeiträge der kleineren und mittleren Privaten ernst nehmen." "Wir müssen Grenzen ziehen. Die müssen her, sonst bekommen wir einfach eine Verzerrung, die kein Privater, der sich über Werbung finanziert, auf Dauer bestehen kann." Günther Oettinger (Ministerpräsident von Baden-Württemberg, CDU) zur politischen Rahmengebung: "Die eine Frage ist, ob die neue Übertragungstechnik auch ARD und ZDF zusteht. Das halte ich für unstrittig. Die zweite Frage ist, ob das Ganze Programm begleitend bleibt oder ob es eine eigene Programmsäule wird. Bei einer eigenen Programmsäule sind gewisse Grenzen entlang der Funktionen festzulegen. Bildung, Information, Kultur: ja. Begleitung von Fernsehsendungen: ja. Aber ich glaube nicht, dass zum Beispiel Online-Spiele, Online-Shopping oder Partnervermittlung zum Kernauftrag von ARD und ZDF gehören." "Mein Rat im Interesse einer überlebensfähigen öffentlich-rechtlichen Landschaft ist, dass wir uns selbst beschränken, um nicht erneut ins Visier der Kommission und der Gremien der Europäischen Union zu kommen. Und parallel, dort wo der Markt funktioniert, es den Online-Anbietern, den privaten Anbietern und den Verlegern zu überlassen, dort ihre Marktchance zu nutzen." Zu den Plänen der Öffentlich-Rechtlichen im Informationsbereich: "Programme aufzubauen, die bisher im Fernsehen nicht vorkamen und die von daher in der Vergangenheit nie Grundversorgung waren, aber jetzt entlang eines sich entwickelnden Marktes spannend werden, das nenne ich Wettbewerbsverzerrung. Und dann entsteht durch die Nutzerfreiheit, durch die Gebührenfinanzierung eine Markt-Schieflage. Deswegen müssen wir hier ganz konkret besprechen, was die Grundversorgung in der neuen digitalen Welt ist. Und wo die Grenzen sind, damit nicht die privaten Anbieter in Deutschland chancenlos sind. Hier ist die Selbstbeschränkung von ARD und ZDF ein Gebot der Klugheit, denn ansonsten laufen wir voll in die kritischen Fragen der Europäischen Union hinein. Und ich glaube, dass die Europäische Union das Thema weit sensibler und kritischer sieht als die Richter in Karlsruhe." Diese Zitate sind frei zur Verwendung mit dem Hinweis auf n-tv. Der n-tv Talk Spezial wird heute (5.11.) um 14.05 Uhr erneut ausgestrahlt. Originaltext: n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH

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