"Kinder können Internetsperren heimlich aushebeln!" / Ein Gespräch
mit Jörg Kabierske, Referent auf dem 5. JAKO-O Familien-Kongress in
Weimar
Bad Rodach (ots) - Datenmissbrauch, Pädophilie, teure Gewinnspiele
- die Liste der Gefahren, die von dem Internet ausgehen ist lang und
stellt Eltern vor immer neue Probleme. Heute sind Kinder
medienfixiert, und gegen die Gruppendynamik in Schule und
Freundeskreis kommen Eltern kaum an. Jörg Kabierske sagt in folgendem
Kurzinterview, wieso sich Eltern dringend mit dem Medienkonsum ihrer
Kinder auseinandersetzen müssen und wie sie deren Surfgewohnheiten
kontrollieren können.
Ab welchem Alter sollte mein Kind einen eigenen Rechner ins
Kinderzimmer bekommen?
Auf keinen Fall im Grundschulalter. Auch bis zur neunten Klasse
sehe ich keine Notwendigkeit für einen eigenen Rechner. Kinder
sollten dann noch einen zentralen Rechner im Haushalt nutzen. Denn
die ständige Präsenz von technischen Geräten veranlasst Kinder, sie
öfter zu benutzen als sie diese benötigen. Und sollte ein Rechner im
Zimmer stehen, dann sollten dennoch die Eltern die Nutzungsdauer und
den Nutzungszeitpunkt bestimmen.
Welche Sperrmöglichkeiten gibt es in Bezug auf das Internet?
Die wichtigste Sperrmöglichkeit sind Vater und Mutter! Es gibt
natürlich auch technische Möglichkeiten. Man kann beispielsweise
einen Extra-Server vorschalten oder einen kostenlosen oder
-pflichtigen Kinderschutzfilter aus dem Internet herunterladen.
Ausführliche Infos darüber liefern www.klicksafe.de,
www.internet-abc.de oder www.internauten.de. Tipp: Wenn Kinder zu
Hause im Hinblick auf die Mediennutzung eingeschränkt werden, finden
sie Wege, diese Einschränkung zu umgehen. Sie surfen bei Freunden, in
der Schule, in Internet-Cafés. Oder sie schaffen es, die von Eltern
installierte Sperre zu umgehen. Eltern sollten die Sperre überprüfen,
wenn ihr Kind aufhört zu protestieren. Meckert es weiter, scheint die
Sperre noch zu greifen.
Wie kläre ich mein Kind über mögliche Gefahren auf -
beispielsweise in Bezug auf Chats oder Gewinnspiele?
Eltern sollten sich gemeinsam mit ihrem Kind beispielsweise in den
Chatroom oder ein soziales Netzwerk, wie Facebook oder SchülerVZ,
einloggen und die Gefahren mit ihrem Kind besprechen. Sie könnten
gemeinsam einen Account anlegen und ihr Kind über Datenmissbrauch und
die Preisgabe von persönlichen Informationen aufklären. Dem Kind
sollte klarwerden, dass die Daten, die es ins Netz stellt,
unwiederbringlich im Netz bleiben. Gute Tipps zur vernünftigen
Verwendung von sozialen Netzwerken hält die Website
www.surfer-haben-rechte.de bereit.
Wie lange sollte mein Kind im Internet surfen?
Eine Nutzungsdauer kann man pauschal nicht festlegen.
Grundsätzlich sollte es medienfreie Tage geben, an denen Kinder ohne
Fernsehen, Internet oder Spielekonsole auskommen müssen. Viele Lehrer
halten beispielsweise für einen Fünftklässler 45 bis 60 Minuten
Bildschirmzeit pro Tag für völlig ausreichend. Ganz wichtig:
Zeitbudgets definieren. Eltern sollten festlegen, wie lange pro Tag
oder pro Woche ihr Kind Medien nutzen darf. Hierbei ist wichtig, dass
man bereits früh, also im Vorschulalter, damit anfängt, damit Kinder
diese Regeln verinnerlichen.
Welche Kontrollmöglichkeiten habe ich darüber, was mein Kind im
Internet genau macht?
Sogenannte Internetfilter protokollieren die Verläufe. Eltern
sollten sich nicht auf die Chronik am Rechner verlassen. Kinder haben
den Kniff schnell raus, sie taktisch klug zu löschen und neu zu
füllen. Natürlich können Eltern auch den Rechner ihres Kindes
überwachen. Letztendlich sind das aber Methoden, die das
Vertrauensverhältnis stören könnten. Es bleibt als erste Wahl das
Gespräch mit dem Kind: diskutieren, Regeln festlegen und eventuell
braucht es auch mal eine Sanktion bei Nichteinhaltung der Regeln, wie
zum Beispiel Internetverbot.
Zur Person
Jörg Kabierske ist Vater zweier Kinder und lebt in Regensburg.
Nach seinem Studium der Geisteswissenschaften und mehrjähriger
Tätigkeit in der IT-Branche als Personal- und Marketingleiter hat er
sich auf das Medientraining von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen
spezialisiert. Als Initiator von Klicksalat® (www.klicksalat.de)
trainiert er Schüler, Eltern und Lehrer im Umgang mit den Gefahren
durch Internet, PC und Handy. Klicksalat® führte mittlerweile an 150
Schulen Workshoptage durch und informierte ca. 130.000 Schüler bzw.
20.000 Eltern und Lehrer.
Hinweis für Journalisten: Jörg Kabierske steht für Interviews und
Leseraktionen zur Verfügung.
5. JAKO-O Familien-Kongress
Weiterbildung für Eltern rund um das Thema Familienleben bietet
der 5. JAKO-O Familien-Kongress vom 25. bis 26. September 2010 in
Weimar. Der Stundenplan des Kongresses ist prall gefüllt mit
Veranstaltungen zu Themen wie Mobbing, Übergewicht und
Patchworkfamilie. Zum Thema Internet wird Jörg Kabierske unter dem
Motto "Wie sehe ich, was mein Kind im Internet macht?" referieren.
Die Kosten für den 5. JAKO-O Familien-Kongress im congress centrum
neue weimarhalle betragen 159 Euro. Darin enthalten sind die Besuche
der Seminare von 23 Fachreferenten, persönliche Kongressunterlagen,
die Verpflegung während des Kongresses und die JAKO-O
"Austausch-Klön-Beisammensein-Fete" am Samstagabend.
Weitere Informationen und Anmeldung zum 5. JAKO-O
Familien-Kongress: www.familienkongress.de oder telefonisch unter
09564 929387
Ausgezeichnete Familienfreundlichkeit
Die JAKO-O GmbH wurde 1987 gegründet und gehört neben dem
Spielwarenhersteller HABA sowie dem Kindergarten- und Schulausstatter
Wehrfritz zur HABA-Firmenfamilie. Inhaber und geschäftsführender
Gesellschafter ist Klaus Habermaa&suml;. Seit 2004 erschlie&suml;t JAKO-O mit
den Vertriebsbereichen Qiéro! und FIT-Z neue Zielgruppen: Während
sich JAKO-O an Kinder bis 10 Jahre wendet, richtet sich FIT-Z an
Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren. Qiéro! bietet Mode für
Erwachsene. Die HABA-Firmenfamilie beschäftigt im nordbayerischen Bad
Rodach (Oberfranken) etwa 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für
ihre familienfreundliche Unternehmenspolitik wurde die gesamte
HABA-Firmenfamilie bereits mehrfach mit dem Zertifikat zum Audit
berufundfamilie®, einer Initiative der gemeinnützigen
Hertie-Stiftung, sowie dem Ökoaudit ausgezeichnet.
Originaltext: JAKO-O
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