iX über die erste objektorientierte Programmiersprache / Trotz
Nischendaseins: Entwickler schwören auf Smalltalk
Hannover (ots) - Vor 25 Jahren kam Smalltalk-80 als erste rein
objektorientierte Programmiersprache auf den Markt. Heute, in einer
von Java und C++ dominierten IT-Welt, führt das System ein
Nischendasein. Zu Unrecht, wie das IT-Profimagazin iX in der
aktuellen Ausgabe 11/05 schreibt. Denn Sprachumfang und
Laufzeitumgebung sind stabil und sorgen für Investitionssicherheit.
Trotz der 25 Jahre und der Stabilität ist die Entwicklung der
Programmiersprache nicht stehen geblieben. Smalltalk gilt nach wie
vor als mächtiges System: ausgereift, produktiv, wartungsfreundlich
und leistungsstark. Dank einer Vielzahl von Bibliotheken können die
Entwickler komfortabel auf Datenbanken, Application Server, Message
Broker, Web Services und vieles mehr zugreifen. Vorzüge, die Banken,
Versicherungen und auch Autobauer bei ihren komplexen Anwendungs-
oder Produktionssystemen nutzen.
Programmierer, die Smalltalk kennen, sind in der Regel begeisterte
Anhänger dieser Sprache, die sich durch leichte Verständlichkeit und
eine klare Struktur auszeichnet. Denn Smalltalk lässt sich für nahezu
jede Art von Applikation nutzen. Bereits als sie herauskam, war sie
seiner Zeit voraus. Allerdings waren die Distributionen teuer und
verlangten leistungsstarke Rechner. Dennoch gab es einen
kurzfristigen Hype, in dem Smalltalk als die neue Sprache galt. Zu
einem echten Durchbruch kam es jedoch nicht. Java hat diesen Schwung
mit seiner kostenlosen Lizenz und dem anfangs niedrigen
Ressourcenverbrauch aufgenommen.
Heute sind kostenlose beziehungsweise preiswerte
Smalltalk-Distributionen verfügbar, die in der Regel einen geringen
Ressourcenbedarf haben. Damit sollte ein zweiter Anlauf möglich sein.
Die Anzahl der Widersacher ist jedoch nicht nur durch Java und .Net,
sondern auch durch Ruby und Python größer geworden. "Mit den letzten
beiden ist allerdings ebenfalls die Bereitschaft, sich mit
Alternativen zu beschäftigen, gewachsen", erläutert iX-Redakteurin
Kersten Auel und beschreibt eine wachsende Community von
Smalltalk-Anhängern. "Ihr Motiv ist der Wunsch nach einem einfachen
Weg aus der Komplexitätsfalle, der Wunsch nach einer
leichtgewichtigen und kleinen Sprache." (ka)
Titelbild iX 11/2005
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Originaltext: iX-Magazin
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