IT-Sicherheitslücken finden, bevor es andere tun
Hamburg (ots) - Das Internet ist inzwischen die offene Tür für
Internetspione. Die Zahl der Onlinestraftaten in Deutschland stieg im
vergangenen Jahr um 27 Prozent. Selbst vermeintlich sichere
IT-Systeme wie im Bundeskanzleramt konnten Hacker mit vergleichsweise
einfachen Mitteln ausspionieren. Der Grund: Effektiver Schutz setzt
voraus, dass man sich in die Rolle der Angreifer hineinversetzen
kann. Unternehmen und Organisationen beauftragen noch zu selten
Spezialisten, um ihre Netze mit den Methoden der Angreifer auf
Schwachstellen zu prüfen, so eine Einschätzung der
Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting.
Bei diesen so genannten Penetrationstests versuchen
IT-Sicherheitsspezialisten kontrolliert von außen in Computersysteme
und -netzwerke einzudringen, um Sicherheitslücken zu identifizieren.
Hierbei werden die gleichen Techniken wie bei einem realen Angriff
verwendet - zum Nutzen des betroffenen Unternehmens. "Sie stellen
quasi das Äquivalent zu einem Simulator in der Industrie dar.
Penetrationstests sind ein unverzichtbares Messinstrument für das
tatsächliche IT-Sicherheitsniveau.", so Wolfgang Nickel, Leiter des
Competence Center IT-Security bei Steria Mummert Consulting.
Professionelle Sicherheitstests überprüfen sämtliche
IT-Kommunikationsschnittstellen eines Unternehmens. Im Fokus stehen
auch häufig vernachlässigte Schnittstellen wie
Telekommunikationsleitungen und Funknetze. Auch das so genannte
"Social Engineering", das Ausnutzen "menschlicher Schwachstellen",
ist Teil der Penetrationstests. Das individuelle Expertenwissen und
die Erfahrungswerte der IT-Spezialisten sind hierbei nach wie vor
unverzichtbar und nicht durch automatisierte Tools zu ersetzen.
Dieser Ansatz führt fast immer zur Aufdeckung von Sicherheitslücken,
über die Angreifer auf Unternehmensnetze zugreifen können. Vor allem
die große Angriffsfläche von Unternehmen ist ihre Schwachstelle.
Häufig reicht eine Sicherheitslücke in einem System oder in einer
Softwareanwendung, um erheblichen Schaden im gesamten Firmennetzwerk
zu verursachen.
Mit Penetrationstests können Unternehmen zudem Lücken im
konzernweiten IT-Sicherheitsmanagement erkennen. Der Abgleich, ob die
Sicherheitsrichtlinien greifen, gestaltet sich häufig schwierig.
Unternehmen müssen beispielsweise Angaben von Herstellern und
Dienstleistern über Sicherheitsmerkmale zumeist blind vertrauen, das
selbständige Prüfen einer IT-Sicherheitsrichtlinie lässt sich mit
vertretbarem Aufwand kaum realisieren. Dieses Problem wird durch
Penetrationstest sichtbar. Bei einer regelmäßigen Prüfung führt dies
daher zwangsläufig zu einer Angleichung zwischen Anspruch und
Wirklichkeit der IT-Sicherheit in Unternehmen. Im Rahmen des
IT-Sicherheitsmanagements sind Penetrationstests daher ein
unverzichtbares, regelmäßig einzusetzendes Instrument.
Originaltext: Steria Mummert Consulting
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