IT-Profimagazin iX über unerwünschte VOIP-Anrufe / Spam über
Internet-Telefonie
Hannover (ots) - Auch Sprachübertragungsdienste im Netz können zum
Ziel systematischer Angriffe werden. Anders als E-Mail-Spam lässt
sich verdächtige Echtzeitkommunikation per VoIP aber erst während der
Verbindungsaufnahme ausfiltern. Dennoch können viele Erfahrungen mit
der Bekämpfung von E-Mail-Spam in Maßnahmen gegen VoIP-Missbrauch
einfließen, schreibt das IT-Profimagazin iX in der aktuellen Ausgabe
2/09.
Was bisher die Mail-Inboxen verstopfte und die Antispam-Tools
forderte, lässt möglicherweise zukünftig die Telefone klingeln.
Szenarien, in denen eine künstliche Stimme um drei Uhr morgens die
Vorteile eines beinahe echt aussehenden Rolex-Imitats anpreist, sind
bereits heute denkbar. Doch Anwender und Administratoren sind dem
sogenannten SPIT (Spam over IP Telephony) nicht schutzlos
ausgeliefert.
Abwehrmöglichkeiten bieten die bereits aus dem Kampf gegen
E-Mail-Spam bekannten Listen erwünschter oder unerwünschter Absender.
Ein Anrufer, der sich bereits in der Kontaktliste befindet, gilt als
vertrauenswürdig. Falls der Anrufer sich nicht auf dieser Liste
befindet, liegt es an der Konfiguration des Proxy oder des
Endgerätes, ob der Anrufer etwa mit der Sprachbox verbunden wird oder
das Telefon lautlos "klingelt". Blacklisting bewirkt das Gegenteil:
Anrufer, die sich auf dieser Liste befinden, können automatisch
abgelehnt werden. Einen Mittelweg bietet Greylisting. Bei diesem
Verfahren scheitert der erste Anrufversuch an einem Besetztzeichen,
das angerufene System speichert aber die User-ID. Beim zweiten
Versuch klappt der Anruf und die User-ID kommt optional auf die
Whitelist. Eine zentrale Verwaltung beim Provider kann hier dem
jeweiligen Benutzer einiges an Administrationsarbeit abnehmen.
Neben der Reputation des Anrufers eignet sich der eigentliche
Inhalt des Anrufs für - allerdings deutlich aufwendigere - Analysen.
Turing-Tests etwa versuchen, automatisiert anrufende Tonbandsysteme
zu erkennen und zu blockieren: Der Proxy stellt dem Anrufer eine
Aufgabe, um festzustellen ob sich am anderen Ende ein Mensch oder
eine Maschine befindet.
"Wie beim E-Mail-Spam dürfte eine Kombination aus mehreren
Filtermethoden das wirksamste Mittel gegen VoIP-Spam bieten" erklärt
iX-Redakteur Bert Ungerer. Administratoren rät er, sich schon jetzt
mit dem Problem auseinanderzusetzen. "Tritt VOIP-Spam erst einmal
gehäuft auf, wird es frustrierend für die Kunden. Darüber hinaus
leidet dann die Akzeptanz und die weitere Verbreitung der
Internet-Telefonie."
Titelbild iX
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Originaltext: iX-Magazin
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