Internet: Die Freiheit der 3. Dimension (mit Bild)
Darmstadt/Rostock/Graz (ots) -
- Querverweis: Bildmaterial ist abrufbar unter
http://www.presseportal.de/meldung/1506307 -
Das Internet wird dreidimensional. Forscher des Fraunhofer IGD,
der weltweit führenden Einrichtung für angewandtes Visual Computing,
präsentieren mit X3DOM jetzt eine Lösung, die für Internetanwendungen
eine 3. Dimension auf der Basis offener Standards ermöglicht.
Täglich rufen wir Internetseiten auf, um Informationen zu
erhalten. Zweidimensionale Inhalte wie Texte, Bilder und Videos
dominieren. Bald könnte sich dies ändern. "3D wird ein entscheidender
Technologiebaustein im Internet sein", sagt Dr. Johannes Behr vom
Fraunhofer IGD. "Zurzeit existieren nur Insellösungen einzelner
Anbieter. Um den Austausch und die Langlebigkeit von Web-Anwendungen
zu gewährleisten müssen offene Standards genutzt werden." Mit X3D
existiert schon ein Standard, der bislang jedoch auf Zusatzprogramme
(sogenannte PlugIns) angewiesen ist.
Die Lösung präsentierte das Fraunhofer IGD heute mit der
Softwareplattform X3DOM. "Gesprochen XFreedom", wie Behr mit einem
Augenzwinkern sagt. "Ziel ist es, hiermit eine offene und frei
verfügbare Möglichkeit für räumliche Darstellungen im Internet zu
schaffen." Mit X3DOM wird es nach Behr erstmalig möglich, 3D-Inhalte,
wie begehbare Architekturmodelle oder von allen Seiten betrachtbare
Gegenstände, ohne PlugIns zu visualisieren. Bereits ab dem ersten
Quartal 2010 werden die Browser "Mozilla Firefox" und "Apple Safari"
die zugrundeliegende Technologie (WebGL) unterstützen, die eine
hardwarebeschleunigte Darstellung von 3D-Daten ermöglicht. Weitere
sollen folgen.
X3DOM wurde in Zusammenarbeit mit dem "Web3D"- und "World Wide
Web"-Konsortium entwickelt. Es basiert auf dem X3D-Standard und ist
ein sogenanntes Open Source-Projekt. Dies bedeutet, jeder darf das
Programm kostenlos nutzen und weiterentwickeln, sofern er seine
Arbeitsergebnisse auch anderen frei zugänglich macht. Die eigentliche
Standardisierung ist noch nicht abgeschlossen, aber das System zeigt
heute schon wie die Zukunft aussehen könnte.
"Da X3DOM kostenlos und frei verfügbar ist, wird es nun für jeden
einfach und kostenneutral möglich sein, 3D-Anwendungen in seine
Homepage zu integrieren", sagt Behr. "Das dreidimensionale Internet
ist damit keine Zukunftsmusik mehr."
Weitere Informationen: http://www.x3dom.org/
Originaltext: Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
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