Internationale Verlage unterzeichnen "Hamburger Erklärung zum Schutz
des geistigen Eigentums"
Berlin (ots) - Bereits 166 europäische Verlage haben sich der
"Hamburger Erklärung" angeschlossen / Mathias Döpfner: "Wichtiger
Schritt im Interesse der globalen Internet-Gemeinde"
Heute hat der europäische Verlegerrat (European Publishers
Council, EPC), dem auch die Axel Springer AG angehört, der
EU-Kommission die "Hamburger Erklärung zum Schutz des geistigen
Eigentums" überreicht. Stellvertretend für die Kommission nahmen die
EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane
Reding, und der EU-Kommissar für den Binnenmarkt und
Dienstleistungen, Charlie McCreevy, das wegweisende Dokument
entgegen.
Bereits am 26. Juni 2009 hatten sich die im EPC organisierten
Verlage sowie der Weltzeitungsverband World Association of Newspapers
and News Publishers (WAN-IFRA) bei einer gemeinsamen Tagung in Berlin
der "Hamburger Erklärung" angeschlossen. Die Tagung fand im Hause der
Axel Springer AG statt.
EPC-Präsident Francisco Pinto Balsemão, CEO der portugiesischen
Mediengruppe Impresa, unterzeichnete die Erklärung für die 27
Mitgliedsverlage der EPC. Für die über 3.000 in der WAN-IFRA
zusammengeschlossenen Verlegerverbände und Medienunternehmen aus mehr
als 120 Ländern nahm Verbandspräsident Gavin OReilly, CEO der
irischen Mediengruppe Independent News and Media, die Unterschrift
vor.
Unterzeichner waren unter anderen Frederic Aurand (Groupe Hersant,
Frankreich), Francisco Balsemão (Impresa, Portugal), Carlo de
Benedetti (Editoriale LEspresso, Italien), Carl-Johan Bonnier
(Bonnier, Schweden), Oscar Bronner (Der Standard, Österreich), Bernd
Buchholz (Gruner + Jahr, Deutschland), Hubert Burda (Burda Media,
Deutschland), Mathias Döpfner (Axel Springer AG, Deutschland),
Hanzade Dogan (Milliyet, Türkei), Stefan von Holtzbrinck
(Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Deutschland), Patrick Morley
(Telegraaf Media Group, Niederlande), James Murdoch (News Corporation
Europe and Asia), Horst Pirker (Styria, Österreich), Didier Quillot
(Lagadére, Frankreich), Gavin OReilly (Independent News and Media,
Irland), Michael Ringier (Ringier, Schweiz), The Viscount Rothermere
(Daily Mail and General Trust, Gro&suml;britannien), Ian Smith (Reed
Elsevier, Gro&suml;britannien/Niederlande), Hannu Syrjanen (Sanoma,
Finnland), Robert Thomson (Dow Jones and Wall Street Journal),
Giorgio Valerio (RCS Quotidiani, Italien) und Christian Van Thillo
(de Persgroep, Belgien).
Der am 8. Juni 2009 in Hamburg vorgestellten Erklärung sechs
Hamburger Verlage haben sich inzwischen bereits 148 deutsche Verlage
angeschlossen. Mit den Unterschriften des EPC und der WAN-IFRA hat
sich nun die zunächst regional gestartete, dann innerhalb der
deutschen Grenzen national erweiterte Erklärung zu einer bedeutenden
internationalen Initiative entwickelt.
Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG,
sagte: "Ich freue mich über diesen internationalen Appell der
Verlage. Er ist ein wichtiger Schritt im Interesse der globalen
Internet-Gemeinde. Das Internet ist nicht der Feind, sondern die
Zukunft des Journalismus, wenn auch in der digitalen Welt geistiges
Eigentum respektiert wird. Es gibt vor allem zwei Ziele: Eine faire
Beteiligung an den Umsätzen derjenigen, die unsere Inhalte
vermarkten, und darüber hinaus die Entwicklung eines Marktes für
bezahlte Inhalte in der digitalen Welt. Wir sind zuversichtlich, dass
auch die Vertreter von Suchmaschinen und anderen Aggregatoren mit uns
gemeinsam die Marktchancen von legalen bezahlten Inhalten im Internet
erkennen, erschlie&suml;en und gemeinsam nutzen wollen."
WAN-IFRA-Präsident Gavin OReilly sagte: "Wir interessieren
kontinuierlich ein immer grö&suml;eres Publikum für unsere Inhalte. Aber
im Gegensatz zu den Print- oder TV-Geschäftsmodellen machen wir aus
unseren Inhalten kein Geld. Das ist ein unhaltbarer Zustand.
Scheiternde Verlage nutzen niemandem, am allerletzten den
Konsumenten, den Suchmaschinen und anderen Informationsaggregatoren,
die derzeit riesige Profite auf Kosten unseres geistigen Eigentums
machen."
EPC-Präsident Francisco Pinto Balsemão fügte hinzu: "Ein
grundlegender Schutz der demokratischen Gesellschaft ist eine freie,
vielfältige und unabhängige Presse. Ohne Kontrolle unserer geistigen
Eigentumsrechte ist die Zukunft des Journalismus in Gefahr. Zugleich
wird damit die Möglichkeit gefährdet, Konsumenten mit qualitativ
hochwertigen und vielfältigen Informationen sowie Bildung und
Unterhaltung auf verschiedenen Kanälen zu versorgen. Mit dieser
Erklärung rufen wir Regierungen weltweit auf, das Urheberrecht von
Autoren, Verlegern und Sendern im Internet zu unterstützen."
Die englische Version dieser Presseinformation sowie der Text der
"Hamburger Erklärung" und Fotomaterial können unter
www.axelspringer.de abgerufen werden.
Originaltext: Axel Springer AG
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