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Innovationspreis für Hämophilie-Projekt: Projekt



Innovationspreis für Hämophilie-Projekt: Projektgruppe für elektronisches Substitutionstagebuch von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin ausgezeichnet Münster (ots) - - Querverweis: Bild ist unter http://www.presseportal.de/meldung/1076915 abrufbar - Gestern wurde die Projektgruppe um die Leiter der Zentren für Hämostaseologie in Münster, Frankfurt und Berlin Dr. Hartmut Pollmann, Dr. Wolfgang Mondorf und Dr. Robert Klamroth für den Haemoassist[TM] mit dem Innovationspreis 2007 ausgezeichnet. Damit würdigt die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) den innovativen Ansatz des von Wyeth Pharma unterstützten elektronischen Substitutionstagebuchs. Die Praxistauglichkeit wurde bereits in einem Pilotprojekt der Projektgruppe erfolgreich unter Beweis gestellt. "Durch den Haemoassist[TM] wird die Hämophilietherapie für Arzt und Patient gleichermaßen optimiert", erklärt Pollmann im Rahmen der Preisverleihung in Berlin. "Der Patient profitiert insbesondere durch die einfache Anwendung und den Zugewinn an Sicherheit. Dem Arzt wird durch den zeitnahen Einblick in die Daten das Therapiemonitoring seiner Patienten vereinfacht, und er kann bei Bedarf schneller intervenieren. Insgesamt führt der Haemoassist[TM] also zu einer erheblichen Qualitätsverbesserung in der Hämophilietherapie", so Pollmann abschließend. Hämophilie ist eine X-chromosomal rezessiv vererbte Erkrankung, die durch eine Blutgerinnungsstörung und damit verbundener Neigung zu spontanen Blutungen gekennzeichnet ist. Typisch sind Blutungen in Gelenken, Haut und Muskeln. Aber auch im Gehirn oder anderen Organen können Blutungen auftreten und teilweise zu lebensbedrohlichen Situationen führen. "Wenn Blutungen zu spät erkannt oder nicht ausreichend therapiert werden, können sie zum Beispiel zur Schädigung von Gelenken führen. Die Spätfolgen können Invalidität und Behinderung sein" erläutert Mondorf. Hämophilie-Patienten sind deshalb auf eine lebenslange Substitution des fehlenden Blutgerinnungsfaktors angewiesen. Diese kann entweder bei Bedarf (On-Demand-Behandlung) oder als regelmäßige Prophylaxetherapie erfolgen. In den 1970er Jahren wurden die ersten Versuche einer ärztlich kontrollierten Heimselbstbehandlung in Deutschland unternommen, die für die Betroffenen mit einem enormen Gewinn an Lebensqualität einhergingen. Bis heute hat sich diese Therapieform in der Hämophilie flächendeckend durchgesetzt. Der Patient führt die intravenösen Faktorinjektionen nach ärztlicher Anleitung selbstständig zu Hause durch. Für diese Freiheit sind Patienten jedoch nach § 14 des Transfusionsgesetzes dazu verpflichtet, eine Dokumentation ihrer Faktorsubstitution durchzuführen. In dieser müssen unter anderem die Chargennummer des Präparats, die Dosierung und der Anlass der Infusion - Prophylaxe, On-Demand oder Folgebehandlung - protokolliert werden. Die injektionsbezogenen Daten wurden bislang in ein haptisches Substitutionstagebuch eingetragen, das dem Arzt beim Routinebesuch etwa alle drei bis vier Monate vorgelegt wird. Für den Arzt stellen diese Dokumentationen eine wichtige Informationsquelle dar. "Die Einträge im Substitutionstagebuch waren bislang für den behandelnden Arzt die einzige Möglichkeit etwas über den Krankheitsverlauf zwischen den Besuchen zu erfahren" so Klamroth. "Das Problem ist, dass ungewöhnliche Substitutions- oder Blutungsmuster deshalb häufig nicht rechtzeitig erkannt und ausreichend behandelt werden konnten." Optimales Therapiemonitoring mit dem Haemoassist[TM] Die Lösung dessen stellt der Haemoassist[TM] dar. Hierbei handelt es sich um ein elektronisches Substitutionstagebuch, das auf einem PDA (Personal Digital Assistant) basiert. Das Gerät verfügt über eine einfache Menüführung, die es dem Hämophilie-Patienten ermöglicht, innerhalb von zwei bis drei Minuten alle vorgeschriebenen injektionsbezogenen Daten zu dokumentieren. Nach der Eingabe werden die Daten pseudonymisiert und SSL-verschlüsselt über Mobilfunk an eine gesicherte Datenbank übertragen, die zusätzlich mit Firewalls geschützt ist. Der Arzt kann sich via Internet über einen passwortgeschützten Zugang in die Datenbank einloggen und erhält somit tagesaktuelle Informationen zur Therapie seines Patienten. Die übertragenen Informationen werden vom System zudem automatisch bewertet. Möglicherweise kritische Blutungsereignisse lösen so genannte Reminder aus, die den Patienten bitten, sich mit seinem Arzt in Verbindung zu setzen. Zusätzlich wird auch der behandelnde Arzt via Email über das Ereignis in Kenntnis gesetzt, wodurch er zeitnah eine Therapieanpassung vornehmen kann. Ein solcher Reminder wird beispielsweise bei drei aufeinander folgenden Blutungen an der gleichen Lokalisation, der vierten Blutung innerhalb eines Monats oder hohem Verbrauch an Gerinnungsfaktoren bei Blutungen ausgelöst. Optimales Patientenmanagement Neben den injektionsbezogenen Daten kann das System - mit Zustimmung des Patienten - mittels des Fragebogens SF12 halbjährlich auch die Lebensqualität des Patienten erfassen. Diese zusätzlichen Informationen sind für den Arzt für die Beurteilung des Allgemeinbefindens von großer Bedeutung. Des Weiteren kann der behandelnde Arzt nicht nur die aktuellen injektionsbezogenen Daten seiner Patienten zeitnah einsehen, sondern auch auf die Historienseite zugreifen. Damit kann er ebenfalls das Verschreibungsvolumen und den tatsächlichen Faktorverbrauch miteinander vergleichen. Zudem erhält er über das System halbjährlich einen standardisierten Bericht, der neben patientenspezifischen Analysen auch Auswertungen über alle Patienten des Zentrums und Vergleiche mit der Gesamtheit der teilnehmenden Zentren ermöglicht. Hierdurch trägt der Haemoassist[TM] wesentlich zu einer verbesserten Transparenz und Qualitätssicherung in der Hämophilie-Therapie bei. Erfolgreiches Pilotprojekt Dass das Konzept eines elektronischen Substitutionstagebuchs in der Praxis umsetzbar ist, wurde bereits in einem Pilotprojekt der Studiengruppe Pollmann und Mondorf gezeigt. In diesem wurde der Haemoassist[TM] über einen Zeitraum von 284 Tagen von zehn Patienten zwischen elf und 50 Jahren getestet. Sowohl die Patienten als auch die behandelnden Ärzte zeigten sich mit dem System zufrieden. Seitens der Ärzte wurden insbesondere die zeitnahen Hinweise auf mögliche kritische Ereignisse und die Evaluation der Therapie als Vorzüge gegenüber dem haptischen Substitutionstagebuch angegeben. Innovationspreis Telemedizin Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin vergibt jährlich in Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, Unternehmen der Gesundheitsbranche und weiteren Partnern einen Innovationspreis Telemedizin. Mit diesem Preis werden Institutionen, Einzelpersonen oder interdisziplinäre Arbeitsgruppen bzw. Projektinitiativen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße in der Telemedizin verdient gemacht haben und deren Leistungen den Zielen der DGTelemed entsprechen. Der Preis ist mit insgesamt 5000 Euro dotiert. Originaltext: Wyeth Pharma GmbH

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