IBM Medienstudie: Aus Konsumenten werden Prosumenten Internet wird
zum Mitmach-Medium/ Produktion eigener Inhalte als
Motivation/Fernsehen gerät ins Hintertreffen
Düsseldorf (ots) - Düsseldorf, 28. April 2008 - Die aktuelle
Studie "Innovation der Medien" zeigt, dass sich in Deutschland der
Medienkonsum nachhaltig verändert: Konsumenten werden zu Prosumenten.
Diese konsumieren nicht nur Informationen, sondern produzieren sie
auch selbst. Die Unternehmensberatung IBM Global Business Services
und die Universität Bonn haben in der Studie untersucht, wie
hierzulande die Medien Internet, Print, Radio und TV genutzt werden
und welche Rolle diese Medien bei der täglichen Informationssuche
spielen. Wichtige Erkenntnisse: Das Fernsehen wird vom Internet
verdrängt und die Werbeindustrie muss umdenken.
"Unsere Studie zeigt, dass sich das Internet nachhaltig auf den
Medienkonsum in Deutschland auswirkt", sagt Philipp Scherf,
Medienexperte bei der Unternehmensberatung von IBM. "Für die Hälfte
der unter 25-Jährigen ist das Internet das wichtigste Medium
überhaupt. Wenn es um Kaufentscheidungen geht, dann ist das Internet
über alle Altersgruppen hinweg bei fast zwei Dritteln der Deutschen
erste Wahl für die Recherche - ein Umstand, auf den sich auch die
Werbeindustrie einstellen muss."
Zwei Drittel der Deutschen gehen online für Kaufentscheidungen
Für die Studie "Innovation der Medien" haben die Unternehmensberatung
IBM Global Business Services und das Zentrum für Evaluation &
Methoden (ZEM) der Universität Bonn die Medienrelevanz von Internet,
Print, Radio und TV untersucht. Befragt wurden repräsentativ für ganz
Deutschland insgesamt 862 Internetnutzer zwischen 14 und 69 Jahren
mit folgenden Ergebnissen: Für Recherchen gehen 63 Prozent online, 30
Prozent konsultieren Zeitungen und nur etwa 5 Prozent das Fernsehen.
Als wichtigstes Medium hat sich das Internet bei den unter
25-Jährigen etabliert, über alle Altersgruppen hinweg liegt noch das
Fernsehen mit 33 Prozent auf Platz eins, aber gefolgt vom Internet
mit 25 Prozent, den Zeitungen mit 21 Prozent und den Zeitschriften
mit 14 Prozent - Schlusslicht ist das Radio mit nur 3 Prozent. Laut
Studie verkommt das Fernsehen - wie heute schon das Radio - dabei
immer mehr zum "Nebenbeimedium".
Deutsche entwickeln sich zu Prosumenten
Durch die interaktiven Möglichkeiten des Internets entwickeln sich
die Deutschen immer stärker vom Konsumenten zum Prosumenten.
Prosumenten konsumieren nicht nur Informationen, sondern produzieren
diese auch. Beispielhaft hierfür sind Internet-Erfolgsstorys wie
Wikipedia, MySpace oder YouTube, kleinere Plattformen wie Lokalisten
oder PlebsTV versuchen nachzuziehen. Vor allem junge Internetnutzer
spielen dabei eine Vorreiterrolle: etwa 40 Prozent der unter
30-jährigen sind heute entweder als Prosument aktiv oder daran
interessiert. Bei der älteren Internet-Generation ist es immerhin
noch etwa ein Viertel der Befragten, die zum "Prosumenten-Dasein"
tendieren. Dabei reizen fast 80 Prozent der Befragten die Freude am
Gedankenaustausch und der Spaß an der Erstellung von Beiträgen (knapp
50 Prozent).
Werbung für Prosumenten wird sich ändern
Wenn Konsumenten zu Prosumenten werden, dann wirkt sich dies auch auf
die Werbeindustrie aus. Die Studie hat hierzu untersucht, wie
"störend" Werbung in den verschiedenen Medien empfunden wird. Im
Fernsehen stört die Werbung 70 Prozent der Befragten, im Internet 50
Prozent und in Zeitungen nur 26 Prozent. Vor allem für die privaten
Fernsehsender mit ihren werbefinanzierten Geschäftsmodellen bedeutet
dies eine große Herausforderung.
Insbesondere im Internet werden neue Geschäftsmodelle den Medienmarkt
dominieren. Die Konsequenz: Medienunternehmen müssen sich Prosumenten
öffnen und stärker medienübergreifend sowie dienstleistungsorientiert
agieren, anstatt nur Werbeverkäufer zu sein. Eine fokussierte
Ansprache der Verbraucher wird notwendig, was sich in einer erhöhten
Bedeutung von Nischenangeboten widerspiegelt. Der Prosument stellt
eine neue Herausforderung für Unternehmen dar, die in eine
Zwei-Wege-Kommunikation mündet.
"Die mit dieser Entwicklung einhergehenden Machtverschiebungen
zwischen den Teilnehmern der Wertschöpfungskette für Werbung sowie
die aktive Rolle der Mediennutzer bringen neue Chancen für
Geschäftsmodelle mit sich. So besitzen etwa Communities oder Social
Networks enormes Potenzial als Werbeplattform und mit dem sogenannten
viralen Marketing eröffnen sich völlig neue Kanäle", sagt Scherf.
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Über IBM
Weitere Informationen zu IBM finden Sie unter:
www.ibm.com/de/pressroom
Weitere Informationen über IBM Global Business Services finden Sie
unter http://www.ibm.com/services/bcs/de.
Die gesamte Studie "Innovation der Medien. Verwöhnte Web 2.0
Prosumenten zwingen Medienanbieter zum Umbau ihrer Geschäftsmodelle"
steht für Sie zum Download bereit:
ibm.com/de/pressroom/downloads/medienstudie-2008.pdf
Originaltext: IBM Business Consulting Services
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