Handwerker aus dem Internet: gro&suml;es Sparpotenzial
Hamburg (ots) - Handwerker per Internetauktion bis zu 79 Prozent
günstiger als klassische Kostenvoranschläge von Handwerksbetrieben /
Aber: Sicherheitslücken und kaum Handwerker-Gebote bei drei von fünf
Börsen
Wenn das Treppenhaus dringend einen neuen Anstrich benötigt, der
Winter dem Rasen zu sehr zugesetzt hat oder der Dachboden entrümpelt
werden muss, ist viel Arbeit angesagt. Wer solche Arbeiten lieber
einem Fachmann überlassen will, kann bei Handwerker-Börsen im
Internet fündig werden. COMPUTERBILD hat fünf Anbieter getestet (Heft
12/2010, jetzt im Handel).
Sie hei&suml;en MyHammer, Blauarbeit, Work5, Jobdoo sowie Undertool und
funktionieren alle nach demselben Prinzip: Privatleute stellen in den
Online-Handwerker-Börsen gratis einen Auftrag ein und nennen den
Preis, den sie dafür zahlen möchten - egal ob Kleiderschrank
aufbauen, Zimmer renovieren, Fenster putzen oder Herd anschlie&suml;en.
Fachbetriebe, selbstständige Handwerker oder auch talentierte
Privatleute können dann diesen Preis unterbieten oder ein höheres
Gegenangebot abgeben. Nach Ende der Ausschreibung sucht sich der
Auftraggeber einen beliebigen Bieter nach Preis oder Qualifikation
aus oder vergibt den Auftrag gar nicht. Wird der Auftrag erteilt,
zahlt der Auftragnehmer meist eine Provision an den Betreiber der
Handwerker-Börse.
Der Test zeigte: Wer den Zuschlag im Internet erteilt, spart
mitunter kräftig. COMPUTERBILD verglich die abgegebenen Gebote mit
Kostenvoranschlägen von Handwerksbetrieben aus der Nähe des
jeweiligen Ausführungsortes. In neun von zehn Fällen war das
niedrigste Gebot im Internet günstiger als der Handwerker um die
Ecke. So verlangte ein örtlicher Betrieb mehr als 1500 Euro für
Umzugsarbeiten, bei Blauarbeit hätte der Auftraggeber dafür nur 650
Euro bezahlt - eine Ersparnis von 58 Prozent. Sogar 79 Prozent
Ersparnis wären bei dieser Handwerker-Börse für eine Installation von
Steckdosen und Schaltern möglich gewesen (120 Euro statt rund 571
Euro).
Testsieger mit der Gesamtnote 1,96 wurde MyHammer. Auf fast alle
der zehn eingestellten Testaufträge gab es mindestens drei Gebote.
Bei der zweitplatzierten Handwerker-Börse Blauarbeit (2,41) waren die
Gebote nicht so zahlreich, dafür etwas günstiger. Wegen zu geringer
Bieter-Aktivitäten und unverschlüsselter Datenübertragung bei der
Registrierung oder beim Anmelden auf der Internetseite wurden Jobdoo,
Undertool und Work5 auf "mangelhaft" abgewertet.
Ob die Handwerker aus dem Internet auch qualitativ gute Arbeit
leisten, hat COMPUTERBILD mit Stichproben in der Praxis überprüft.
Fazit: Alle Auftragnehmer erschienen pünktlich und erledigten ihre
jeweilige Arbeit zur vollen Zufriedenheit. Voraussetzung ist aber
immer eine detaillierte Beschreibung der zu erledigenden Tätigkeiten.
Andernfalls kann es zu Missverständnissen zwischen Auftraggeber und
Handwerker kommen - im schlimmsten Fall wird die Arbeit nicht
vollständig ausgeführt oder teurer.
COMPUTERBILD-Tipp: Handwerker-Börsen sind ideal für mittelgro&suml;e
Aufträge im Wert von ein paar hundert Euro. Vorsicht: Bei allen
Portalen bis auf Blauarbeit muss sich der Auftraggeber innerhalb
einer "Prüffrist" entscheiden. Sonst verfällt der Auftrag oder geht
automatisch an den günstigsten Bieter.
Mehr Informationen unter www.computerbild.de
Originaltext: COMPUTER BILD-Gruppe/COMPUTERBILD.de
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