Gauss-Zentrum holt ersten "Peta-Computer" Europas nach Jülich: Neuer
Rechner leistet mehr als 50 000 PCs
Stuttgart (ots) - Der Supercomputer-Standort Deutschland bleibt an
der Weltspitze. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) und das nordrhein-westfälische Innovationsministerium
finanzieren im Rahmen des Gauß-Zentrums für Supercomputing (GCS) die
Installation eines Rechners des Typs Blue Gene mit einer
Rechenleistung von einem Petaflop/s am Forschungszentrum Jülich. Die
Liefervereinbarung mit dem Hersteller IBM wurde heute bekanntgegeben.
Der neue Rechner ist der erste für das deutsche Gauss-Zentrum für
Supercomputing mit seinen Standorten Jülich, Stuttgart und Garching
beschaffte Supercomputer. "Supercomputer dieser Leistungsklasse sind
eine universelle Schlüsseltechnologie, um komplexeste und
dringlichste wissenschaftliche Probleme in vielen Bereichen zu
lösen", sagt Professor Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des
Forschungszentrums. Forscher aller Fachrichtungen nutzen
Supercomputer, um zu klären, wie das Klima sich wandelt, wie sich
Proteine in Zellen falten, wie neue Halbleiter funktionieren oder wie
Brennstoffzellen zu verbessern sind.
"Der neue Jülicher Supercomputer wird eine Billiarde
Rechenoperationen pro Sekunde ausführen können, kurz ein Petaflop/s.
Dies entspricht der Rechenleistung von mehr als 50 000 PCs", erklärt
der leitende Wissenschaftler des Jülich Supercomputing Centres,
Professor Thomas Lippert, "Dabei arbeitet unser IBM System besonders
energieeffizient". Mehr als 500 Fachartikel wurden von den Nutzern
des Jülicher Zentrums im letzten Jahr veröffentlicht. Die
meistbeachtete Arbeit, die Bestätigung der grundlegenden Theorie der
starken Kraft zwischen Quarks, wurde vom Fachjournal "Science" sogar
in die Spitzengruppe der 10 weltweit wichtigsten Forschungsarbeiten
des Jahres 2008 gewählt.
"IBM und das Forschungszentrum Jülich ergänzen sich im Ziel,
kompakte und energieeffiziente Rechner der höchsten Leistungsklasse
für Natur- und Ingenieurwissenschaft zum Einsatz zu bringen," sagt
Martin Jetter, Vorsitzender der Geschäftsführung von IBM Deutschland.
"Die öffentliche Hand setzt hier ein wichtiges Zeichen für den
Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland."
Die rund 295 000 Prozessoren des neuen Supercomputers werden in 72
telefonzellengroßen Schränken in der Rechnerhalle des Jülich
Supercomputing Centre Platz finden. Sein Arbeitsspeicher beträgt rund
144 Terabyte. Zusammen mit den anderen Jülicher Supercomputern hat er
Zugriff auf rund 6 Petabyte Festplattenspeicher. Dies entspricht dem
Speicherplatz von mehr als einer Million DVDs. Einweihung und Taufe
des Computers werden voraussichtlich Mitte des Jahres stattfinden.
Originaltext: IBM Deutschland GmbH
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