Fusionen und Übernahmen in der Technologiebranche erreichen neue
Rekorde
Frankfurt am Main (ots) -
Deutsche Mega-Deals in Europa an der Spitze / Kleinere
Transaktionsvolumina bestimmen das Bild / Jahresauftakt lässt
starke M&A-Aktivitäten auch 2008 erwarten
Die Übernahmewelle in der weltweiten Informationstechnologie (IT)
und Elektronik-Branche hat im Jahr 2007 einen neuen Höhepunkt
erreicht. Auch die internationale Finanzkrise scheint die Fusionen
und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, kurz M&A) im
Technologiesektor nicht nennenswert zu beeinträchtigen. Im
vergangenen Jahr ist das globale Transaktionsvolumen der Branche
sprunghaft um 44 Prozent auf 127 Milliarden Euro (2006: 88 Milliarden
Euro) gestiegen. Die Zahl der Übernahmen nahm um fast ein Viertel auf
713 (2006: 577) zu. Und es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass es
2008 erneut zu nennenswerten Fusionen und Zukäufen kommen wird, wenn
auch das Rekordvolumen von 2007 möglicherweise nicht ganz erreicht
wird. Das geht aus der Studie "M&A Insights - Technology Sector 2008"
der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft
PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor.
Dieser optimistische Ausblick stützt sich auch auf Transaktionen,
die in diesem Jahr neu angekündigt oder bereits abgeschlossen wurden.
Dazu gehören unter anderem das noch schwebende Gebot von Microsoft
für die Internet-Plattform Yahoo und die Übernahme des britischen
Softwarehauses Northgate durch die US-amerikanische Private
Equity-Gesellschaft KKR im ersten Quartal 2008.
Deutsche Käufe auf Spitzenplätzen
Nachdem Transaktionen mit deutscher Beteiligung 2006 weder die
weltweite noch die europäische Spitzenliga erreicht hatten, belegten
sie 2007 gleich mehrere Plätze in den Top Ten. Deutsche Unternehmen
waren an drei der zehn größten Transaktionen mit europäischem Käufer
und Zielunternehmen in der Technologiebranche beteiligt. Der
Software-Hersteller SAP erwarb den französischen Wettbewerber
Business Objects, der Solarzellen-Produzent Q-Cells eine Beteiligung
am norwegischen Silizium-Lieferanten REC Renewable Energy Corp. und
die Deutsche Bank einen Anteil an der schweizerischen OC Oerlikon
Corp. Der SAP-Zukauf erreichte mit einem Transaktionsvolumen von 4,8
Milliarden Euro sogar weltweit den dritten Platz auf der Liste der
Fusionen und Übernahmen in dieser Branche. Das gesamte
Transaktionsvolumen mit deutscher Beteiligung erreichte im Jahr 2007
die Summe von fast 11 Milliarden Euro, rund das 14-fache des Volumens
von 2006 (783 Millionen Euro).
Konsolidierungsdruck hält an
Es gibt weitere Indikatoren für die Fortsetzung der
M&A-Konjunktur in der Branche. "Das Transaktionsvolumen im vierten
Quartal 2007 übertraf die Werte der Vergleichsquartale aller fünf
Jahre zuvor. Dies lässt möglicherweise sogar einen weiteren
Aufschwung erwarten", so Kerstin Müller, Partner bei PwC im Bereich
Technology. Vor allem strukturelle Gründe treiben die Unternehmen zu
weiteren Übernahmen: "Die Konsolidierung der Branche ist noch längst
nicht abgeschlossen. Der Wunsch der Kunden nach branchenspezifischen
integrierten Angebotspaketen zwingt die IT-Unternehmen nach wie vor
dazu, ihre Sortimente zu vervollständigen, und das nicht zuletzt
durch Zukäufe", erläutert Müller.
Starken Konsolidierungsbedarf gibt es besonders in den
IT-Anwendungsgebieten der Automation (vor allem im Bereich der
Finanzdienstleister und der Rundfunk- und Fernsehstudiotechnik), des
computergestützten Lernens, der Datenauswertung und -verdichtung, der
Telematik und des Energiemanagements. Zusätzlichen Schwung erhält das
Transaktionsgeschehen der Branche auch durch das Auftreten einer
neuen Käufergruppe. Technologie-Unternehmen aus Asien und speziell
aus Indien spielen eine immer größere Rolle. Im Jahr 2007 haben sich
die Zukäufe asiatischer Firmen in Nordamerika verzehnfacht und in
Europa verdreifacht, während die innerasiatischen M&A-Aktivitäten um
beachtliche 73 Prozent zunahmen.
Sieben von acht Deals unter 250 Millionen Euro
Bei ihren Konsolidierungsbemühungen konzentrieren sich die Käufer
zunehmend auf mittelständische Unternehmen. "Die Zeiten, in denen
Mega-Deals mit Transaktionsvolumina von mehr als einer Milliarde Euro
das Transaktionsgeschehen in den Technologiesektoren beherrschten,
neigen sich offenbar dem Ende zu", beobachtet Kerstin Müller. Der
Schwerpunkt der Aktivitäten hat sich weltweit hin zu den kleineren
und mittleren Deals verlagert. Rund 88 Prozent der weltweiten Deals
blieben im Jahr 2007 unterhalb der Marke von 250 Millionen Euro. Die
Zahl der Mega-Deals mit Volumina von mehr als einer Milliarde Euro
ist im Vergleich zum Vorjahr nur noch leicht von 17 auf 19 gewachsen.
Davon entfielen 11 auf die Software- und IT-Service-Branche, 6 auf
die Elektronik-Industrie.
Leicht verändert hat sich die Rolle der Private
Equity-Gesellschaften. International war - vor allem in der zweiten
Jahreshälfte 2007 - zu beobachten, dass sie als Folge der Finanzkrise
und der damit verbundenen Kreditklemme seltener als Bieter bei ganz
großen Deals auftauchten. Im Markt der mittleren IT-Firmen spielten
Finanzinvestoren jedoch nach wie vor eine wichtige Rolle, und am
gesamten weltweiten M&A-Geschehen der Branche waren sie immer noch
mit 11 Prozent beteiligt. Anders in Deutschland: "Hierzulande spielen
sich die M&A-Aktivitäten dieser Branche weit überwiegend im Bereich
der strategischen Engagements ab. Finanzinvestoren dagegen sind dem
deutschen Technologiesektor 2007 mehr oder minder fern geblieben",
berichtet Kerstin Müller.
Die Studie "M&A Insights - Technology Sector 2008" können Sie
unter www.pwc.de/de/tmt kostenlos herunterladen.
Redaktionshinweis:
Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist
in Deutschland mit 8.390 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,35 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung
(Advisory).
Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
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