Freie Bahn für Hacker: Virenscanner offenbaren gravierende
Schwachstellen
München (ots) - COMPUTERWOCHE: Antiviren-Lösungen öffnen Hacker
die Türen / Laut Sicherheitsexperten jede auf dem Markt befindliche
Scan-Engine gleich mehrfach betroffen / Rund 800 dokumentierte
Parser-Fehler
Die derzeit auf dem Markt befindlichen Virenschutz-Produkte weisen
gravierende Sicherheitsmängel auf und öffnen Hackern die Türen. Das
berichtet die IT-Wochenzeitung COMPUTERWOCHE (Ausgabe 47/2007;
www.computerwoche.de/knowledge_center/it_security/1848636) unter
Berufung auf eine Untersuchung von Sicherheitsexperten der N.Runs AG,
die in den vergangenen Monaten rund 800 Schwachstellen in den Parsern
von Antiviren-Lösungen dokumentiert haben. Das so genannte Parsen
steht für eine Kernfunktion von Antiviren-Software, der Zerlegung von
Daten in analysierbare Einzelteile. Von den Fehlern war jede auf dem
Markt befindliche Scan-Engine gleich mehrfach betroffen. Auf diesem
Weg könnten Hacker Angriffe starten, Schadcode an der
Sicherheitslösung vorbei ins Firmennetz schleusen und sogar mit Hilfe
des Antiviren-Programms zur Ausführung bringen.
Besonders kritisch sind Sicherheitslücken in Antiviren-Systemen
vor allem deswegen, weil Virenscanner heute nicht mehr nur auf dem
PC, sondern in der Regel an allen zentralen Schaltstellen im
Firmennetz laufen, wo die wichtigsten Daten gespeichert und
verarbeitet werden. Somit könnten Angreifer etwa die Kontrolle über
den zentralen Mail-Server erlangen und sich damit nicht nur Zugriff
auf die gesamte elektronische Kommunikation des Unternehmens, sondern
auch Zugang zu anderen kritischen Netzsegmenten und Systemen
verschaffen. Den Experten zufolge lassen sich Virenscanner aber auch
dahingehend manipulieren, dass sie ständig "grünes Licht" geben, ein
Systemzugriff von außen demnach unbemerkt bleibt.
Der Grund für die Fehlerfülle liegt nach Ansicht der Experten an
der ständig steigenden Zahl an Dateiformaten, die Antiviren-Software
verstehen und bearbeiten muss, um ihr primäres Ziel, die Erkennung
möglichst vieler digitaler Schädlinge, zu erfüllen. Die große
Vielfalt von Formaten und Spezifikationen macht es aber fast
unmöglich, alle korrekt zu unterstützen, was wiederum zu einer
entsprechenden Fehleranfälligkeit führt, berichtet die COMPUTERWOCHE.
Hinweis für die Redaktionen: Der komplette Beitrag steht auch
Online unter
www.computerwoche.de/knowledge_center/it_security/1848636 zur
Verfügung.
Originaltext: IDG-Computerwoche
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