Exklusive Forsa-Umfrage im Auftrag von impulse zum BDI: Nur sieben
Prozent der Unternehmer kennen BDI-Präsident Jürgen Thumann
Köln (ots) - Unternehmer sehen deutlichen Machtverlust des BDI und
beklagen dessen starkes Eigenleben / Experte empfiehlt Umbau zur
Kampagnen-Zentrale / Weitere Umfrage-Ergebnisse im Internet unter
www.impulse.de/bdi
Köln, 19. September 2006 - Der Bundesverband der Deutschen
Industrie (BDI) hat bei Unternehmern dramatisch an Ansehen und
Relevanz eingebüßt. Nach einer Forsa-Umfrage für das
Wirtschaftsmagazin impulse (Ausgabe 10/2006, EVT 21. September)
kommt BDI-Präsident Jürgen Thumann besonders schlecht weg. Von den
508 befragten mittelständischen Unternehmern, die zwischen 50 und
1.000 Mitarbeiter beschäftigen, wussten 82 Prozent nicht, wer der
amtierende BDI-Chef ist. Lediglich sieben Prozent nannten Thumann,
weitere drei Prozent Dieter Hundt und nochmals zwei Prozent Hans-Olaf
Henkel.
In der Kritik steht auch die inhaltliche Arbeit. Die Mehrheit der
Unternehmer glaubt, dass der BDI in den vergangenen Jahren politisch
schwächer geworden ist (45 Prozent) und inzwischen weit weg von den
Bedürfnissen der Unternehmen ein Eigenleben führt (36 Prozent). Nur
20 Prozent der Befragten meinen, der BDI sei politisch mächtiger
geworden. Auffällig ist, dass jeweils gut ein Drittel der Befragten
dazu gar keine Meinung hatte. "Desinteresse und Achselzucken sind die
Höchststrafe für einen Verband, der sich an der Spitze der Bewegung
wähnt", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner gegenüber impulse.
Auch die weiteren Ergebnisse zeigen die Unzufriedenheit mit
Deutschlands mächtigstem Industrieverband. Die Hälfte der Unternehmer
schätzt die Bedeutung des BDI als weniger groß (36 Prozent) oder gar
völlig unbedeutend (14 Prozent) ein. Auch die Existenz des BDI als
Dachverband steht bei Firmenchefs in Frage. Nur zehn Prozent von
ihnen glauben, dass der BDI die Interessen der Wirtschaft am besten
durchsetzen kann. Für schlagkräftiger werden die Fachverbände (54
Prozent) oder die Repräsentanten einzelner Unternehmen (20 Prozent)
gehalten.
Der Verbändeforscher Martin Sebaldt plädierte im
impulse-Interview für einen radikalen Umbau des BDI. "Das Prinzip
des Gemischtwarenladens mit spezifischer Fachberatung einerseits und
allgemeinpolitischem Lobbying anderseits funktioniert nicht mehr."
Dies führe zu suboptimalen Ergebnissen, die auch bei den
Mitgliedsverbänden immer größere Unzufriedenheit brächten. Sebaldt:
"Ich würde den BDI als politische Kommunikations-Zentrale und
Drehscheibe für Kampagnen positionieren." Für die eigentlichen
Inhalte sorgten dann die Fachverbände, der BDI "koordiniert und
kümmert sich um einen mächtigen Auftritt nach außen".
Für Rückfragen:
Dirk Horstkötter, Ressortleiter Politik impulse,
Tel. 030/20224-293, E-Mail: horstkoetter.dirk@impulse.de
Originaltext: impulse, G+J WirtschaftsPresse
Das haben andere Besucher auf unserer Seite gesucht:
Diese Nachrichten haben andere Besucher auf unserer Seite besucht:
75 Tipps gegen Schmerzen gesucht / Spalt ver