Erster Blue Gene/L-Supercomputer in Deutschland eingeweiht / Das
Forschungszentrum Jülich geht den ersten Schritt auf dem Weg zum
europäischen Höchstleistungs-Rechenzentrum
Jülich (ots) - Der neue Jülicher Superrechner JUBL wurde
offiziell eingeweiht. Damit steht erstmals eine Rechenanlage vom Typ
Blue Gene/L in Deutschland. Der Computer soll der erste Schritt sein,
um Jülich bis zum Jahr 2009 zum europäischen Supercomputer-Zentrum
auszubauen. Im Beisein von Johann Weihen, dem IBM-Chef Deutschland,
gab Prof. Richard Wagner die Jülicher Planung für die kommenden Jahre
bekannt.
"Computer gestützte Forschung ist längst das dritte Standbein von
Wissenschaft und Technik - gleichberechtigt neben Theorie und
Experiment", sagte Wagner, der im Vorstand des Forschungszentrums den
Bereich Information vertritt. "Und die Nachfrage an Rechenzeit wird
in den nächsten fünf Jahren noch um den Faktor 1000 zunehmen. Darauf
werden wir uns in Jülich vorbereiten". Auch Vorstandsvorsitzender
Prof. Joachim Treusch hob die zentrale Bedeutung von Supercomputern
hervor: "Auf Basis dieser Schlüsseltechnologie werden wir die
gesellschaftlichen Herausforderungen angehen - Versorgung mit
Energie, Schutz der Umwelt, Umgang mit Information sowie Erhalt von
Gesundheit"
Das jetzt eingeweihte Blue Gene/L System JUBL (JUelicher Blue
Gene/L) ist nur der erste Schritt. "Mit 5,6 Teraflops belegt JUBL
Platz 60 der aktuellen weltweiten Supercomputer-Rangliste", erklärt
Prof. Thomas Lippert, Leiter des Jülicher Zentralinstitutes für
Angewandte Mathematik. Der baugleiche große Bruder in Livermore (USA)
führt momentan mit der 30fachen Leistung die Liste an. "Bewährt sich
JUBL aber für unsere Nutzer, folgt als zweiter Schritt im Jahr 2007
eine Maschine mit 50facher Leistung."
Zurzeit nutzen über 150 Gruppen aus allen Disziplinen europaweit
Rechenleistung aus Jülich, sowie das langjährige Know-How der
Jülicher Betreiber. Seit 1986 werden in Jülich Supercomputer
betrieben und entwickelt, aber auch für eigene Forschung eingesetzt.
Neben JUBL betreibt das Forschungszentrum Jülich einen zweiten
Superrechner namens JUMP mit weiteren 9 Teraflops Leistung. Mit
insgesamt 14,5 Teraflops bildet Jülich deutschlandweit das
rechenstärkste Supercomputing-Zentrum.
Im dritten Schritt bewirbt sich das Forschungszentrum als Standort
eines der drei europäischen Supercomputer Center, die im 7.
Forschungs-Rahmenprogramm der EU ausgeschrieben werden sollen. "Mit
unserem Konzept aus hochentwickelter technischer Infrastruktur und
offensiver Orientierung am wissenschaftlichen Nutzer bieten wir einen
exzellenten und einzigartigen Ansatz, den wir nun ausbauen werden",
sagt Lippert. "Im Wettbewerb mit anderen Aspiranten auf einen
europäischen Supercomputer, etwa in Paris oder München, sieht sich
Jülich bereits heute gut positioniert", betont Treusch.
"Wir freuen uns, mit dem Forschungszentrum Jülich einen
kompetenten Forschungspartner zu haben", sagte Nurcan Rasig,
Direktorin des Geschäftsbereichs Supercomputing von IBM Deutschland.
"Dank unserer komplementärer Perspektiven auf den Bereich
Supercomputing ergänzen wir uns in dem Ziel, effektive, kompakte
Rechner für große Forschungsaufgaben mit hohem Datenaufkommen zu
entwickeln". Im Rahmen der Einweihung lud Johann Weihen, Vorsitzender
der Geschäftsführung von IBM Deutschland, Jülicher Experten in seine
Böblinger Labore ein und äußerte den Wunsch, die gemeinsame Forschung
noch weiter zu intensivieren.
Originaltext: Forschungszentrum Jülich
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