Ergänzende Informationen zur heute veröffentlichten Ad hoc-Mitteilung
der SYNAXON AG
Bielefeld (ots) - Das operative Ergebnis der SYNAXON AG wurde in
2005 durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Für den
Franchisebereich wurde ein umfassendes Investitionsprogramm
durchgeführt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Partner zu sichern.
Diese geplanten Aufwendungen trafen mit nicht geplanten Belastungen
zusammen. Zum einen lagen die Kosten der Rechtsverfolgung wegen der
Kündigungen von 19 PC-SPEZIALIST Franchisenehmern erheblich über der
Planung. Die Rechtsverfolgungskosten und Prozessrückstellungen
beliefen sich allein auf über 0,6 Mio. EUR. Zusätzlich mussten unter
Bonitätsgesichtspunkten Wertberichtigungen in Höhe von 0,2 Mio. EUR
auf die Forderungen gegenüber diesen Franchisenehmern gebildet
werden.
Der zweite wesentliche Faktor ist der Verlustbeitrag des
Pilotbetriebs DIGITAL INC. in Wien, der in 2005 mit rund 0,9 Mio. EUR
deutlich höher war als noch zur Jahresmitte angenommen. Von Beginn an
sah die Planung für DIGITAL INC. einen negativen Ergebnisbeitrag in
Höhe von 0,4 Mio. EUR vor. Der Vorstand ist nach wie vor der festen
Überzeugung, dass ein Betriebstypenmodell für digitale
Unterhaltungselektronik für die Zukunftsfähigkeit des
Geschäftsbereiches Franchise unerlässlich ist. Die Ursachen für den
negativen Ergebnisbeitrag liegen im Schwerpunkt nicht in den
Handelsumsätzen oder in mangelnder Kundenzufriedenheit. Dies ergab
eine kürzlich abgeschlossene Studie über die Zufriedenheit der
DIGITAL INC. Kunden mit dem Beratungsangebot. Dabei wurde
festgestellt, dass über 80% der Kunden DIGITAL INC. aufgrund ihrer
sehr positiven Erfahrungen aktiv weiterempfehlen. In Wien sind immer
noch mehr Mitarbeiter beschäftigt als für den eigentlichen
Handelsbetrieb erforderlich sind. Dies ist einerseits für die
Vorbereitung der anstehenden Expansion und andererseits für die
laufende Optimierung der Prozesse erforderlich.
Zum Planungsbeginn Anfang 2004 wurde beschlossen, weniger als 15%
der Barmittel für den Pilotstore einzusetzen. Diese Entscheidung ist
nach Auffassung des Vorstands auch aus heutiger Sicht richtig. Das
Management geht zurzeit davon aus, dass DIGITAL INC. in 2006 keinen
operativen Verlust zu verzeichnen haben wird. Hierbei ist zu
berücksichtigen, dass die Planbarkeit dieses Geschäftes aufgrund der
noch nicht stabilen Prozesse sehr gering ist.
Entwicklung in den Geschäftseinheiten
Für die Geschäftseinheit PC-SPEZIALIST war 2005 ein sehr
schwieriges Jahr. 19 Partner haben den Franchisevertrag
außerordentlich zum 1.4.2005 gekündigt. Die Auswirkungen der
Kündigungen auf die Einnahmeströme von PC-SPEZIALIST waren nicht
höher als vorhergesagt. Allerdings wurde die Rechtsverfolgung
deutlich teurer als zunächst angenommen. Dies hängt in erster Linie
mit dem Stil der Prozessführung der Gegenseite zusammen. Die dafür
anfallenden Kosten sind zum größten Teil im abgelaufenen
Geschäftsjahr angefallen. Die Unwirksamkeit der Kündigungen wurde
mittlerweile erstinstanzlich bestätigt und das erste Urteil von 19
wurde vergangene Woche durch Rücknahme der Berufung wegen fehlender
Erfolgsaussichten rechtskräftig. Die Gegenseite kündigte an, die
übrigen Berufungen ebenfalls zurückzunehmen. Durch diese Entwicklung
wird ein erheblicher Teil der Rechtsverfolgungskosten
erstattungsfähig. Allerdings ist unsicher, in welchem Maße die
ausstehenden Forderungen beigetrieben werden. Derzeit wird geprüft,
ob ein außergerichtlicher Vergleich geschlossen werden kann.
Die Entwicklung bei den Franchisepartnerzahlen war dagegen
erfreulich. Mit 13 Neueröffnungen verzeichnete PC-SPEZIALIST im Jahr
2005 einen Rekord. Gleichzeitig gab es lediglich eine Insolvenz, die
zudem krankheitsbedingt war, während in 2004 noch 12 Insolvenzen
verzeichnet werden mussten. Die Geschäftseinheit hat das ganze Jahr
über enorme Anstrengungen unternommen, um die Wettbewerbsfähigkeit
von PC-SPEZIALIST als Franchisesystem und aus Endkundensicht deutlich
zu erhöhen. Das führte dazu, dass trotz niedrigerem zu betreuenden
Partnerbestand keine personellen Anpassungen vorgenommen wurden. Die
Ressourcen werden zur Weiterentwicklung und Stabilisierung des
Franchisesystems eingesetzt. Aufgrund des Rekordstands bei den
Neueröffnungen war absehbar, dass der Personalüberbestand maximal 18
Monate betragen würde. In dieser Situation Wissensträger
freizusetzen, hätte kurzfristig dem Ergebnis geholfen, aber die
Wettbewerbsfähigkeit langfristig geschmälert.
Die Gesamt-Partnerzahl des SYNAXON Konzerns erhöhte sich in 2005
auf 2.554 Partner (Vorjahr: 1.555 Partner). Die Partnerzahl setzte
sich wie folgt zusammen: 105 PC-SPEZIALIST Franchisenehmer davon 17
MOBILE PC-SPEZIALIST Partner (Vorjahr: 103, davon 21 MOBILE Partner),
1.362 MICROTREND (Vorjahr: 1.171), 307 iTeam-Partner (Vorjahr: 280)
und 780 AKCENT-Partner (Mehrheitsübernahme in 2005 / Vorjahr: 753
Partner).
Die geplanten Integrationsaufwendungen bei den Akquisitionen iTeam
und AKCENT sind im prognostizierten Rahmen geblieben. Diese
Akquisitionen haben die Stellung der SYNAXON AG im Markt deutlich
verstärkt und erhebliche Gewinnpotenziale für die Zukunft geschaffen.
Beide Beteiligungen haben im letzten Jahr ihre Planungen übertroffen.
Die SYNAXON AG konnte für beide Töchter die ersten Verträge mit der
Distribution und Herstellern auf Holding-Ebene abschließen.
Die mittlerweile seit 10 Jahren am Markt erfolgreiche
Einkaufskooperation MICROTREND konnte ihre Marktposition weiter
ausbauen. Die wirtschaftliche Situation der MICROTREND Partner hat
sich solide entwickelt, der Gesamtumsatz konnte gesteigert werden.
Die Entwicklung von EGIS wurde weiter vorangetrieben, auch hier
ist die Gesellschaft weiter als geplant. Die Transparenz über die
Artikelumsätze ist heute schon deutlich höher als bisher angenommen.
Der ursprünglich geplante Kostenrahmen konnte unterschritten werden.
Bei den Artikelumsätzen der Marken PC-SPEZIALIST und MICROTREND liegt
die Transparenz bei über 90%. EGIS wird im ersten Halbjahr 2006 auch
der Geschäftseinheit iTeam zur Verfügung stehen, so dass das
Management davon ausgeht, auch hier Artikelabsatztransparenz in 2006
zu bekommen.
Ausblick
Trotz der Schwierigkeiten im Jahr 2005 blickt die SYNAXON AG
positiv in die Zukunft. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass die
aufgetretenen außerplanmäßigen Belastungen einmaliger Natur sind. Für
die Jahre 2006 und 2007 strebt die Gesellschaft keine größeren
Investitionen an. Im Fokus stehen die weitere Stärkung von
PC-SPEZIALIST und DIGITAL INC sowie die Verbesserung des Einkaufs für
alle Marken des SYNAXON Konzerns.
Aufgrund der jetzigen Kapitalausstattung des Unternehmens schlägt
der Vorstand trotz der Planverfehlung in 2005 eine Dividende in Höhe
von 0,40 Euro pro Aktie vor. Die Ausschüttung soll aus den
Gewinnrücklagen erfolgen. Das operative Geschäft wird durch die
Dividendenausschüttung nicht negativ beeinflusst.
Originaltext: SYNAXON AG
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