Eine Trillion für die Wissenschaft / IBM und Forschungszentrum Jülich
gründen gemeinsames Exascale Innovation Center
Jülich (ots) - Eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde: Diese
schier unglaubliche Leistung sollen Supercomputer der Zukunft
erbringen. Das Forschungszentrum Jülich und IBM unterzeichneten heute
im Jülich Supercomputing Centre (JSC) einen Vertrag für ein
gemeinsames "Exascale Innovation Center", in dem bis Ende des
Jahrzehnts Hardware-Komponenten und Software für einen
Exascale-Höchstleistungsrechner entwickelt werden.
"Exascale ist die Herausforderung schlechthin für das weltweite
Supercomputing. Dieses Projekt ist entscheidend dafür, welche
Optionen Deutschland und Europa Wissenschaft und Wirtschaft in
Zukunft auf diesem Feld anbieten können", sagte Prof. Achim Bachem,
Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums, bei der
Vertragsunterzeichnung. Mit Supercomputern simulieren
Wissenschaftler, wie sich das Klima wandelt, wie neue Halbleiter
funktionieren oder wie Brennstoffzellen zu verbessern sind. Mit
Exascale-Rechnern wird es möglich sein, noch grö&suml;ere Datenmengen zu
noch exakteren Simulationen zu verarbeiten.
"Supercomputing kommt heute bereits auf Gebieten wie der Medizin,
Materialwirtschaft oder der Risikoanalyse im Finanzsektor zum
Einsatz. Dieser Trend wird sich verstärken", sagte Dirk Wittkopp,
Vice President und Geschäftsführer des IBM Forschungs- und
Entwicklungszentrums in Böblingen, in dem ein Teil des Centers
angesiedelt sein wird. "Die Technologie kann uns dabei helfen,
wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen,
die wir als IBM in unserer Smarter Planet-Initiative thematisieren -
seien es Ressourcenoptimierung oder auch der Umweltschutz."
Jüngstes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von IBM, dem
DFG-Sonderforschungsbereich Hadron Physics und dem Jülicher
Supercomputing Centre ist der Hochleistungsrechner QPACE, der im
vergangenen November als energieeffizientester Supercomputer der Welt
ausgezeichnet wurde. "Mit QPACE haben wir den
Energieverbrauch in den Griff bekommen. Die Energieeffizienz wird
auch das vordringlichste Problem sein, das wir auf dem Weg zum
Exaflop-Supercomputer lösen müssen", sagte Prof. Thomas Lippert,
Direktor des JSC.
Der Zeitplan sieht vor, dass 2015 ein Prototyp des neuen
Exascale-Rechners fertig ist. An den Standorten in Jülich und
Böblingen werden zu Beginn des Projekts jeweils fünf Wissenschaftler
von IBM und des JSC gemeinsam mit Wissenschaftlern des IBM
Forschungszentrums Yorktown Heights an der Entwicklung des neuen
Supercomputers arbeiten. Im Jahr 2019 könnte der neue
Exascale-Höchstleistungsrechner in Jülich eingeweiht werden.
Der nordrhein-westfälische Innovationsminister Prof. Andreas
Pinkwart lobte die Zusammenarbeit zwischen Forschungszentrum Jülich
und IBM: "Ich freue mich, dass das Forschungszentrum Jülich die
Voraussetzungen dafür schafft, auch in Zukunft Europas schnellsten
Rechner zu haben. Für die Forschung ist diese Entwicklung besonders
wichtig, weil viele Wissenschaften inzwischen mit
Simulationstechniken arbeiten und enorme Rechenkapazitäten benötigen.
Der Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen wird davon enorm
profitieren."
Originaltext: IBM Deutschland GmbH
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