Deutschland ist im Internet ein Entwicklungsland
Hamburg (ots) -
- Querverweis: Bilder werden über obs versandt und sind unter
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=875856 abrufbar -
Im Vergleich zu den USA, Frankreich und Großbritannien ist
Deutschland im Internet ein Entwicklungsland. So lautete eine der
Kernaussagen beim gestrigen media coffee der dpa-Tochter news aktuell
in Hamburg. Fast 300 PR-Fachleute und Journalisten waren in die
Bucerius Law School gekommen, um sich über das Thema "Web 2.0: Wie
verändern sich Medien und PR?" zu informieren. Moderiert wurde die
Podiumsdiskussion von Anette Hillebrand, Direktorin der Akademie für
Publizistik.
Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur von SPIEGEL Online,
rechnet nicht mit einem Bedeutungsverlust der klassischen Medien.
Vielmehr sei durch das Web eine neue Welt dazu gekommen, die man
unbedingt Ernst nehmen müsse. "Allerdings ist Deutschland derzeit
noch ein Entwicklungsland auf diesem Gebiet", meinte von Blumencron.
Allein die Wochenzeitungen hätten es bisher verstanden, das Internet
optimal für sich zu nutzen. "Es ist fatal, dass die Tageszeitungen
bisher so wenig Energien da rein gesteckt haben", kritisierte er
seine Kollegen.
Auch Stefan Keuchel, Leiter Unternehmenskommunikation bei Google
Deutschland, stimmte von Blumencron zu. "Deutschland hat den Trend
verschlafen", meinte er. Es fehle den Deutschen oft an Mut, denn
hierzulande sei es üblich, zunächst nur die Gefahren und nicht die
Chancen neuer Technologien zu erkennen. Klaus-Peter Frahm, Head of
Corporate Technology bei news aktuell, schätzte die Situation etwas
gemäßigter ein: Die Menschen in Deutschland näherten sich einer
Technologie, die es schon lange gebe, langsam an.
Für Lars-Christian Cords, Partner bei der Agentur fischerAppelt
Kommunikation, sind Weblogs "ein Hype um das goldene Kalb".
Schließlich würden nur Inhalte aus Blogs wirklich wahrgenommen, "die
den Sprung in die reale Medienwelt schaffen". Nur wenige Blogger
seien heute relevant. "Im Rahmen der Unternehmenskommunikation sollte
man diese allerdings beoachten", riet Cords. Die Einführung eines
Corporate Blogs könne er seinen Kunden wegen des hohen Zeitaufwands,
der damit verbunden sei, nicht empfehlen. Philip Graf Dönhoff,
Geschäftsführer der Netzeitung, riet den Unternehmen, eine
kontinuierliche Plattform zu schaffen, die authentisch sein müsse.
"Man darf sich auf keinen Fall bei seinen Kunden anbiedern", meinte
Graf Dönhoff.
Der Podcast zur gestrigen Veranstaltung ist unter folgendem Link
abrufbar (9,5 MB):
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=6344
Originaltext: news aktuell GmbH
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