Deutsche Unternehmen mit Offshore-Outsourcing unzufrieden
Hamburg / Frankfurt (ots) - Die Mehrheit der deutschen Unternehmen
ist mit den Leistungen von Offshore- IT-Dienstleistern unzufrieden:
62 Prozent der IT-Entscheider sehen die in der Fremdvergabe von
Software-Projekten verbundenen Erwartungen nur teilweise oder gar
nicht erfüllt. Das ist das Ergebnis der Studie "Software Made in
Germany" der PPI AG.
Besonders schwach werden die Anbieter aus Übersee bei der
termingerechten Lieferung von Softwarelösungen bewertet. Nur drei
Prozent der Befragten halten die Offshore-Partner in punkto
Zeitmanagement für wettbewerbsfähig. Aber auch die Zuverlässigkeit
der Softwareprogramme im praktischen Einsatz sowie die Abdeckung der
fachlichen Anforderungen bleiben hinter den mit der Auslagerung
verfolgten Zielen zurück. Trotz des schlechten Abschneidens auf der
Produktseite schätzen die Fach- und Führungskräfte das
Preis-Leistungs-Verhältnis von Offshore-Dienstleistern als gut ein.
Nach Ansicht von rund 43 Prozent der Befragten haben die
überseeischen Software-Häuser aus Ländern wie Indien oder China bei
den Kosten die Nase vorn.
Das Einsparpotential der Offshore-Anbieter nutzen die deutschen
Unternehmen allerdings nicht für die vollständige Umsetzung eines
Softwareprojekts. Vielmehr werden die Dienstleister aus Übersee von
besonders sensiblen Entwicklungsphasen ausgenommen. So lehnen drei
Viertel der Befragten eine Auslagerung in der strategisch wichtigen
Konzeptionsphase ab. Auch bei der abschließenden Integration einer
Software bleiben Offshore-Anbieter von einer Beteiligung weitgehend
ausgeschlossen. Rund 70 Prozent der IT-Entscheider sehen die mögliche
Abhängigkeit von den Leistungen des Outsourcing-Partners als größtes
Hindernis für eine Auslagerung an. Mehr als die Hälfte der Befragten
fürchtet sich vor einem Know-how-Verlust. Mit der Ausgrenzung von
Offshore-Partnern in der Anfangs- und Endphase eines
Software-Projekts bleiben die strategisch wichtigen Fäden in den
Händen des deutschen Unternehmens. Die Dienstleistungen der
Offshore-Anbieter werden fast ausschließlich in der Realisierungs-
und Testphase eingeplant. In diesem Markt dürfen die deutschen
IT-Dienstleister mit einer weiteren Intensivierung des Wettbewerbs
rechnen.
Die heimischen Anbieter können gegenüber dem besseren
Preis-Leistungs-Verhältnis der Offshore-Konkurrenz vor allem mit
Standortvorteilen punkten. Zwei Drittel der Befragten räumen bei der
Softwareerstellung der Kenntnis der gesetzgeberischen Vorgaben, eine
hohe Priorität ein. Mehr als die Hälfte der IT-Entscheider sieht das
Beherrschen der deutschen Sprache als wichtiges Vergabekriterium an.
Schließlich sind 83 Prozent der Auffassung, dass Lauf- und
Betreuungszeiten bei Offshore-Partnern länger dauern als bei der
Zulieferung durch deutsche Dienstleister.
Die Studie Software - Made in Germany
Die "Studie Software Made in Germany" ist das Ergebnis einer
Befragung von 296 IT-Entscheidern. In einem Methodenmix aus
schriftlicher Befragung und Onlinebefragung wurde die Daten vom 10
Mai bis 14. Juni 2006 erhoben.
Die PPI Aktiengesellschaft
PPI wurde 1984 als PPI Pape + Partner Informationssysteme GmbH
gegründet. 1999 erfolgte die Umfirmierung in die PPI AG
Informationstechnologie, die heute als Holding für die beiden
Tochtergesellschaften PPI Financial Systems GmbH und PPI Consulting
Group GmbH fungiert. Als Unternehmensberatung und Softwarehaus hat
die PPI Gruppe mit 200 Mitarbeitern im Jahr 2005 einen Umsatz von
25,2 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Standorte sind Hamburg, Kiel und
die Finanzmetropole Frankfurt am Main.
Originaltext: PPI Financial Systems
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