Der Computer als Alkoholberater
Berlin/Lübeck (ots) - Eine neue Software hilft
gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum zu reduzieren und trägt damit
zur Prävention und Änderung von riskantem Trinkverhalten bei. Ganz
anonym analysiert das Expertenprogramm unter
www.alkohol-selbsttest.de anhand eines Fragebogens das individuelle
Trinkverhalten. Wie ein persönlicher Berater wertet die Software die
Antworten aus und gibt eine individuelle Rückmeldung. So erhält der
Nutzer ganz persönliche Tipps, ob und wie er seinen Alkoholkonsum
ändern sollte. Das Computerprogramm "ExtrA" (Expertentest und
-ratgeber Alkohol) wurde mit finanzieller Unterstützung des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) entwickelt. Die
Wirksamkeit von "ExtrA" ist jetzt in einer Studie bestätigt worden:
Die Software ist ein geeignetes und gleichzeitig wirtschaftliches
Instrument, um den riskanten Umgang mit Alkohol in der Bevölkerung zu
verhindern oder zu reduzieren.
Damit ist das Programm so effektiv, wie ein kurzes Gespräch mit
dem Hausarzt. Aus Zeitmangel führen Ärzte solche Gespräche jedoch
selten. Wissenschaftler von der Uniklinik Lübeck verglichen 110
Probanden, die das Expertensystem nutzten, mit 121 Probanden, die
nicht am Programm teilnahmen. Nach einem Jahr hatten deutlich mehr
"ExtrA"-Nutzer ihren riskanten Alkoholkonsum oder -missbrauch
reduziert als Studienteilnehmer in der Kontrollgruppe.
Das Programm wendet sich an Menschen, die mehr über die
Auswirkungen des Alkoholkonsums erfahren möchten oder sich Gedanken
über das eigene Trinkverhalten machen. Nachdem man sich durch die
Fragebögen geklickt hat, analysiert "ExtrA" die Angaben und schickt
innerhalb von Sekunden eine Rückmeldung. Der Nutzer erfährt, wie viel
er oder sie im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung trinkt und
inwiefern beim aktuellen Alkoholkonsum ein gesundheitliches Risiko
besteht. "Neuere Studien belegen, dass bereits sehr niedrige
Alkoholmengen die Gesundheit gefährden können. Auf jeden Fall sollten
Frauen nicht mehr als 12 Gramm Alkohol pro Tag zu sich nehmen, Männer
nicht mehr als 24 Gramm", erklärt Projektleiter Privatdozent
Hans-Jürgen Rumpf von der Uniklinik Lübeck. Bereits 0,1 Liter Wein
oder Sekt enthalten 10 Gramm Alkohol, 0,33 Liter Bier 13 Gramm.
Originaltext: BM für Bildung und Forschung
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