D&B Studie: Deutsche Unternehmen attraktiv für Investoren aus dem
Ausland
Darmstadt (ots) - Ein Drittel aller Anteilseigner an deutschen
börsennotierten Unternehmen stammen aus dem Ausland. Das ergab eine
Studie des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B Deutschland vom August
2008. Vor dem Hintergrund aktuell bekannt gewordener prominenter
Anteilskäufe und versuchter Einflussnahmen durch Finanzinvestoren
sowie der geplanten Neufassung des Außenwirtschaftsgesetzes durch das
Kabinett untersuchte D&B die Struktur der Anteilseigner aller
deutschen börsennotierten Unternehmen.
An den insgesamt 1180 untersuchten deutschen börsennotierten
Aktiengesellschaften sind 3544 Anteilseigner mit einem nennenswerten
Aktienpaket beteiligt. Rund ein Viertel aller Beteiligungen liegen in
der Hand von Privatpersonen. Die restlichen drei Viertel der
institutionellen Anleger teilen sich auf in Industrieunternehmen,
Banken und Versicherungen sowie deren Investmenttöchter und reine
Finanzinvestoren.
Rund ein Drittel der Investoren (1149) kommen aus dem Ausland. Bei
den Unternehmen der verschiedenen Dax-Indizes steigt dieser Anteil
auf knapp 40 Prozent und liegt auf die Dax-30-Unternehmen bezogen
etwas über 60 Prozent. Laut der Deutschen Schutzvereinigung für
Wertpapierbesitz halten die 60 Prozent ausländischen Anteilseigner
mehr als 50 Prozent des Stammkapitals der Dax-30. Deutsche
Unternehmen bilden damit ein lohnendes Investment für Kapitalgeber
aus dem Ausland. Die unbestimmte Angst einiger Politiker vor
unberechenbaren Anlegern aus China oder Russland oder gar
"Schurkenstaaten" ist dabei jedoch völlig unbegründet. Die meisten
Anleger kommen aus Ländern, mit denen Deutschland enge
Handelsbeziehungen unterhält. Angeführt wird die Liste von
Großbritannien und den USA mit 247 bzw. 238 Anteilseignern, gefolgt
von der Schweiz, Luxemburg und Österreich.
Einzelbeteiligungen ausländischer Investoren über 25 Prozent
sollen nach der geplanten Neufassung des Außenwirtschaftsgesetzes
unter Vorbehalt der Zustimmung durch den Wirtschaftsminister stehen.
Derzeit gibt es bezogen auf die 1180 deutschen börsennotierten
Aktiengesellschaften nur 129 Investoren, die einen Einzelanteil von
25 Prozent oder mehr halten. Der größte Teil dieser Investoren stammt
jedoch aus den 27 EU-Ländern oder der Freihandelszone Efta, für die
die Regelung ohnehin nicht gilt. "Die Bundesregierung muss sich an
dieser Stelle klar werden, ob Deutschland ein offenes Land für
Investoren bleiben soll", stellt Thomas Dold, Geschäftsführer von
D&B Deutschland, klar. "Internationale Verflechtungen von Unternehmen
gehören zu einer globalisierten Wirtschaft und Deutschland kann sich
hier nicht nur die Rosinen herauspicken. Die Unternehmen in
Deutschland müssen entsprechend ihrem internationalen Anspruch
lernen, selbstbewusst mit ihren ausländischen Investoren umzugehen."
Basisdaten der Studie:
·Grundgesamtheit: 1180 Unternehmen (alle deutschen börsennotierten
Aktiengesellschaften) mit insgesamt 3544 Anteilseignern
·2395 deutsche Anteilseigner und 1149 aus dem Ausland
·453 Unternehmen haben einen oder mehrere ausländische
Anteilseigner (= 38,4 Prozent der Grundgesamtheit)
·129 ausländische Investoren besitzen einen Anteil von 25 Prozent
oder mehr an 125 Unternehmen (= 10,6 Prozent aller deutschen
börsennotierten Aktiengesellschaften)
Originaltext: D&B Deutschland GmbH
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